Blog-Portfolio statt Zeugnis

Problem und Ziel

In konventionellen Bildungseinrichtungen gibt es ja ein Zeugnis, in welchem ein paar Noten stehen, die über die Leistungsfähigkeit des Menschen Auskunft geben sollen.

In der U-R-Versity gibt es natürlich auch ein Gegenstück dazu. Wieder liegt hier der Fokus darauf, dass man keinen Bewerter braucht und auch keinen dritten.

Geschichte

Damals, als wir das Schulsystem konzipierten gab es noch keine Blogs und es war angedacht, jedem ein Online-Lerntagebuch anonym zur Verfügung zu stellen – für dieses hat er eine Internetadresse, die er dann später für Bewerbungen einfach verschicken kann. Bis dahin kann man dort seine Lernerfahrungen festhalten und (anonym) diskutieren.

Mittlerweile gibt es ja Blogs und jeder kann sich einen anlegen.

Idee und Konzept

Die Idee ist also Folgende:

  • Man legt sich einen Blog an und schreibt rein, was einen gerade so beschäftigt (in Hinblick auf die eigene Bildung).
  • Liest man gerade ein Buch, so schreibt man kurze Zusammenfassungen oder entwickelt Ideen weiter (usw…)
  • Hört man Musik, macht Sport, … gilt dasselbe.
  • Erstellt man Kunst kann man sie dort einstellen

Eine ähnliche Idee findet sich auch bei Lisa Rosa

Nun kommt der soziale Aspekt dazu. Man ist nun nicht länger „nur“ jemand der eine Sache lernt und verstehen will, sondern man ist gleichzeitig auch Bildungspartner geworden.

Der Blog kann gefunden werden von Experten, anderen Lernern oder auch einfach Interessierten. Es können anregende Diskussion in den Kommentarbereichen entstehen und das neue LdL (Lernen durch Lehren) kann in einer 2.0 Variante aus den Schulen in das Web übernommen werden (vielleicht BdB Bildung durch Bloggen). Und man kann natürlich auch diese finden und mitmischen.

Zusätzlich entsteht eine zusätzliche Motivation und ein Austausch, der einem über Schwierigkeiten hinweghelfen kann, oder einem beim nächsten Schritt helfen kann.

Es können sich auch Firmen finden, die genau an diesem Thema interessiert sind und vielleicht Projekte finanzieren wollen. Vielleicht finden sich so zukünftige Arbeitgeber oder andere Kontakte, die einen eigenen Start in die Selbständigkeit erlauben. Oder einfach nur Kontakte zur Praxis.

Ich denke das BdB (oder LdL über soziale Netzwerke) ist mächtiger, als hinter geschlossenen Türen künstlicher Institutionen. Die Themen sind selbstgewählt und jeder Blogger und Kommentator hat echtes Interesse an der Materie, um der Materie willen.

Die Autorität wirkt nicht mehr von oben herab – sondern bestimmt sich über gute Auseinandersetzung mit dem Thema und vielleicht noch über Technorati (und ähnliche Dienste).

Ein weiterer guter Aspekt, den ich Blogs mittlerweile zuschreibe ist, dass sie wirklich das Sozialverhalten fördern. Waren in früheren Netzwerken übermächtig viele Trolle unterwegs, so hat sich die Blogwelt doch zu einem freundschaftlichen und respektvollem Dorf entwickelt.

Diese Metastrategie ist also eine Mischung aus selbstreflexiven Lerngesellschaft und LdL (unter Wegfall der Kritikpunkte)

Noch eine Idee am Rande: Auch für die Behörden wäre es vielleicht interessant Homeschooling auf dieser Basis zu genehmigen, da es neben einer minimal-invasiven Kontrolle auch den Austausch erlaubt.

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3 Antworten to “Blog-Portfolio statt Zeugnis”

  1. Lisa Rosa Says:

    BdB finde ich gut! Ich möchte diesen Ansatz noch bestärken mit dem Hinweis, dass man sich neben der eigenen Lernumgebung auch Lerngemeinschaften schaffen muss für die eigenen Lernprojekte. Dies gilt so für Lernende Erwachsene, die sich ihre kollaborativen Partner und Communities selbst beschaffen können, ebenso wie für Kinder und Jugendliche (egal wie alt), die man dabei noch mehr unterstützen und beraten muss. Je nach Person und Gegenstand können sich aber auch die Coaching-Rollen vertauschen! Gerade hat mir mein Filius2 wieder mal bei einem blöden PC-Problem geholfen. (Dafür hält er aber bloggen und twittern für ziemlich bescheuert.)

  2. 1000sunny Says:

    Dieses soziale ist der wichtige Aspekt. Besonders, da es jetzt erstmals möglich ist eben Freunde über die eigenen Interessen zu finden – während man früher (also in geschlossenen Lerngebäuden) auf die begrenzte Auswahl angewiesen war. Jetzt kann man aktiv suchen und verlinken.

    (zu letzterem: ich habe auch schon gemerkt, dass Bloggen und Twittern eher so etwas wie Lokalisten für Rentner zu sein scheint – in den Augen der Jugend)

  3. Das fortschrittlichste Schulsystem der Welt « -Thousand Sunny’s Weblog- Says:

    […] Wir können diese Neuerungen sofort weiterentwickeln, neu abmischen und sie auf unsere Bedürfnisse anpassen […]

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