Archive for April 2009

Blog-Portfolio statt Zeugnis

April 10, 2009

Problem und Ziel

In konventionellen Bildungseinrichtungen gibt es ja ein Zeugnis, in welchem ein paar Noten stehen, die über die Leistungsfähigkeit des Menschen Auskunft geben sollen.

In der U-R-Versity gibt es natürlich auch ein Gegenstück dazu. Wieder liegt hier der Fokus darauf, dass man keinen Bewerter braucht und auch keinen dritten.

Geschichte

Damals, als wir das Schulsystem konzipierten gab es noch keine Blogs und es war angedacht, jedem ein Online-Lerntagebuch anonym zur Verfügung zu stellen – für dieses hat er eine Internetadresse, die er dann später für Bewerbungen einfach verschicken kann. Bis dahin kann man dort seine Lernerfahrungen festhalten und (anonym) diskutieren.

Mittlerweile gibt es ja Blogs und jeder kann sich einen anlegen.

Idee und Konzept

Die Idee ist also Folgende:

  • Man legt sich einen Blog an und schreibt rein, was einen gerade so beschäftigt (in Hinblick auf die eigene Bildung).
  • Liest man gerade ein Buch, so schreibt man kurze Zusammenfassungen oder entwickelt Ideen weiter (usw…)
  • Hört man Musik, macht Sport, … gilt dasselbe.
  • Erstellt man Kunst kann man sie dort einstellen

Eine ähnliche Idee findet sich auch bei Lisa Rosa

Nun kommt der soziale Aspekt dazu. Man ist nun nicht länger „nur“ jemand der eine Sache lernt und verstehen will, sondern man ist gleichzeitig auch Bildungspartner geworden.

Der Blog kann gefunden werden von Experten, anderen Lernern oder auch einfach Interessierten. Es können anregende Diskussion in den Kommentarbereichen entstehen und das neue LdL (Lernen durch Lehren) kann in einer 2.0 Variante aus den Schulen in das Web übernommen werden (vielleicht BdB Bildung durch Bloggen). Und man kann natürlich auch diese finden und mitmischen.

Zusätzlich entsteht eine zusätzliche Motivation und ein Austausch, der einem über Schwierigkeiten hinweghelfen kann, oder einem beim nächsten Schritt helfen kann.

Es können sich auch Firmen finden, die genau an diesem Thema interessiert sind und vielleicht Projekte finanzieren wollen. Vielleicht finden sich so zukünftige Arbeitgeber oder andere Kontakte, die einen eigenen Start in die Selbständigkeit erlauben. Oder einfach nur Kontakte zur Praxis.

Ich denke das BdB (oder LdL über soziale Netzwerke) ist mächtiger, als hinter geschlossenen Türen künstlicher Institutionen. Die Themen sind selbstgewählt und jeder Blogger und Kommentator hat echtes Interesse an der Materie, um der Materie willen.

Die Autorität wirkt nicht mehr von oben herab – sondern bestimmt sich über gute Auseinandersetzung mit dem Thema und vielleicht noch über Technorati (und ähnliche Dienste).

Ein weiterer guter Aspekt, den ich Blogs mittlerweile zuschreibe ist, dass sie wirklich das Sozialverhalten fördern. Waren in früheren Netzwerken übermächtig viele Trolle unterwegs, so hat sich die Blogwelt doch zu einem freundschaftlichen und respektvollem Dorf entwickelt.

Diese Metastrategie ist also eine Mischung aus selbstreflexiven Lerngesellschaft und LdL (unter Wegfall der Kritikpunkte)

Noch eine Idee am Rande: Auch für die Behörden wäre es vielleicht interessant Homeschooling auf dieser Basis zu genehmigen, da es neben einer minimal-invasiven Kontrolle auch den Austausch erlaubt.

Erdkunde – Ressourcen

April 5, 2009

Dieser Atlas hat mir besonders gut gefallen. Er gibt einem wirklich ein gutes Gefühl für Berge und Wüsten, Meerestiefen und Gräben, Plateaus und die ganze Erde. Besonders beeindruckend fand ich die Inseln im Meer. Also schnell in die Büchereien, ausleihen und staunen.

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Geschichte – Ressourcen – Fortgeschritten

April 4, 2009

Diese 5 bändige Geschichtsreihe ist zwar nicht ganz jugendfrei, aber dafür klärt sie einiges auf.

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Physik – Ressourcen

April 4, 2009

(noch zu überarbeiten)

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Wer Feynman nicht ehrt, lernt verkehrt 🙂

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Deutsch – Ressourcen

April 4, 2009

Goethe, Schiller und all diese. Ich habe nie verstanden warum ich Goethe gut finden soll oder warum ich Schiller so genial fand. Dürrenmatt steht ausser Konkurrenz, den mag jeder (ausser der „Winterkrieg in Nepal“).

Also lange Rede gar kein Sinn, hier ist das Buch, das einem Deutsch erklärt. Besser und aufregender als jeder Unterricht: Deutsch für Profis

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Der Autor dieses Buches ist nicht irgendeine unkündbare Labertasche, sondern der Gründer einer Journalisten-Schule, ehemaliger Chef-Redakteur bei der Welt und ehemaliger Chef vom Dienst beim Stern, und und und. Wenn schon lernen, dann vom Guru.

Chemie – Ressourcen

April 4, 2009

(so jetzt noch schnell vor dem Schlafengehen):

Magic Andy (Andreas Korn-Müller) tourt durch Deutschland und zeigt seine Künste in seiner Zaubershow. In seinem Buch zeigt er viele Experimente für Kinder und erklärt diese auch schön. Ein Muss für zukünftige Sprengmeister.

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Dmitri Mendelejew kennt eigentlich niemand. Und dennoch kennt ihn jeder. Er war der Erfinder des Periodensystems – das ist die große Tafel, die völlig sinnfrei in jedem Chemie-Saal steht und ohne die die Schule keine Zulassung bekommt.

Doch war Dmitri niemand, der einfach mal so alle Elemente auf ein Blatt schrieb. Nein im Gegenteil, manche Elemente waren noch nicht entdeckt und Dmitri konnte aufgrund seines Genie-Streiches ihre chemischen Eigenschaften voraussagen. Die Tafel hat Sinn und wer über Chemie und diesen Mann mehr erfahren will, sollte sich dieses Buch zu Gemüte führen:

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Auf gut Glück empfehle ich auch noch die Macchiato-Version von Chemie (beim nächsten Bibliotheks-Besuch werde ich sie kritisch beäugen) – bis dahin hoffe ich, dass mich die Macchiato-Reihe nicht enttäuscht – der Amazon-Blick-Ins-Buch sieht aber schon mal gut aus.

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Mathematik – Ressourcen

April 4, 2009

Der Zahlenteufel ist ein schönes Buch für Kinder, wo Mathematik richtig appetitlich gemacht wird. Vorsicht bei dem Wort „Schulmathematik“ muss selbst der Zahlenteufel kotzen. Bravo Herr Enzensberger (so heißt der Autor), besser hätte auch ich es nicht formulieren können. (Die Geschichte kann auch jüngeren Kindern vorgelesen werden)

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Wer Pettersson und Findus mag, der wird sich über dieses Mathe-Buch freuen. Es zeigt uns, dass Mathematik überall im Alltag ist und dass wir eigentlich die größten Mühen auf uns nehmen müssten, um Mathematik nicht zu lernen oder uns vor ihr zu verstecken.

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Wer mal so richtig einen auf Kopfrechen-Genie machen will, der ist mit diesem Buch gut beraten:

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Der Autor Arthur Benjamin ist Mathematikprofessor am Harvey Mudd College. Zusätzlich hat er eine Zaubershow und verblüfft mit seinen „Fähigkeiten“. Interessant sind auch die begeisterten Rezensenten auf Amazon. Die protzen alle nur noch mit ihren Mathematik-Fähigkeiten. Vorsicht, das kann peinlich wirken 🙂

Für alle, die noch höher hinauswollen, ist die Mathe-Macchiato-Reihe gut verständlich; mit sympathischen Comics (Sympathie ist für mich übrigens wichtig) und zielt auf den Selbstlerner, der Verständnis erreichen will. Wer genau die Schulmathematik haben will – aber halt mit Kapieren und so, der ist hier richtig:

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Es gibt ein Buch für die Grundlagen (inklusive Geometrie – also Malen nach Zahlen); Analysis für alle, die lieber mit der Kurve diskutieren, als sie zu kratzen (schwacher Witz, aber den konnte ich mir nicht verkneifen); Statistik für den unwahrscheinlichen Fall, braucht man interessanterweise sehr oft (wenn man in die Uni geht).

(Die Macchiato-Reihe war so erfolgreich, dass es mittlerweile auch Physik und Chemie gibt)

Sprachen – Ressourcen

April 4, 2009

Bei Sprachen kenne ich mittlerweile 3 gute Herangehensweisen, die man ohne Mühe bis zum Ende durchziehen kann.

Das ist einmal die fabulöse Assimil-Reihe (Konzept, Probekapitel)

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Und zum anderen ist es die Reihe von Rosetta Stone, die anscheinend Kinder mehr Spaß macht – mit der ich persönlich aber keine großen Erfolge verbuchen konnte (allerdings bin ich halt eher der Buchtyp). Auch erscheint sie mir ein bisschen kalt und unsympathisch – allerdings bin ich halt eher der Buchtyp 🙂

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Vorsicht! Rosetta Stone (die komplette Version) ist sehr teuer. Erst in der Bibliothek ausprobieren, ob es einem liegt.

Und natürlich mein Ansatz – dieser ist eine Weiterentwicklung des Assimil-Konzeptes – liegt aber auf Eis, wegen der Finanzkrise und meiner Promotion.

(Ich finde es sehr interessant, dass Assimil die Gegenüberstellung von Text und Übersetzung benützt (dafür war eigentlich der Rosetta Stone bekannt) und Rosetta Stone auf Assimilierung des Stoffes setzt)

Zeichnen – Ressourcen

April 4, 2009

Wir würden alle gerne richtig gut zeichnen können (zumindest kenne ich keinen, der behauptet, er wäre stolz auf eine schlechte* Zeichnung).

Hier ist das Buch, dass mir über alles geholfen hat Zeichnen zu lernen:

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Betty Edwards ist ein Naturtalent, wenn es darum geht, anderen das Zeichnen beizubringen.

Und deswegen gibt es mittlerweile auch ein Workbook (wahrscheinlich ohne die Theorie) und eine Neuauflage:

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Diese habe ich allerdings nicht gelesen – oder bearbeitet. Da ich es leider erst als Erwachsener entdeckt habe, musste ich es immer wieder unterbrechen und habe deswegen den Kurs nie abgeschlossen – dennoch kann man mittlerweile erkennen, wen ich zeichne 🙂

Lesestrategien

April 3, 2009

Bei Fachbüchern hat man oft am Ende eines Kapitels das Gefühl, dass man zwar alles gelesen und verstanden hat, aber dennoch weiß man nichts mehr. Man erinnert sich nicht mal mehr an das, was im letzten Absatz stand.

Es gibt einige Autoren (z.B. Frederick Vester), die behaupten, dass man es nicht wirklich vergisst, sondern es ist nur unzugänglich, weil die Leitungsbahnen im Gehirn noch nicht entsprechend oft aktiviert wurden.

In einem Promotionsratgeber (leider weiß ich nicht mehr welcher) habe ich gelesen, dass dieses „Lesen und Vergessen“ oberflächliches Lesen oder nicht-behaltendes Lesen oder so ähnlich genannt wird – gegen das Vergessen gibt es hiermit nur die Möglichkeit Karteikarten anzulegen.

Dieses Gefühl „Alles zu vergessen“ kenne ich auch, da ich nicht sehr viel nachbearbeite – dennoch gibt es sehr oft Momente in meinem Leben, in denen irgendeine Kleinigkeit passiert und ich mich an längst „vergessene“ Inhalte erinnere. Diese werden sozusagen bei Bedarf reaktiviert – also genauso, wie das Gehirn eigentlich gedacht ist. Man erfährt etwas, und es wird irgendwo gespeichert. Erst wenn man es wieder braucht, reaktiviert das Gehirn diese Informationen.

Die Frage ist nun: „Wie verlässlich ist dieses Erinnern“ – Es ist klar, dass Inhalte nur so weit richtig erinnert werden, wie sie auch verstanden wurden. Ich glaube nicht, dass sie falsch erinnert werden (bis jetzt stimmten die Erinnerungen immer). Ich zweifle also nicht an der Qualität. Die Quantität, also ob ich auch in jeder Situation, in der ich mich an etwas Wichtiges erinnern müsste, auch an dieses erinnere ist eher fraglich.

Hier müsste weitergeforscht werden. Bis dahin (besonders in formalen Bildungskontexten, wo zu einer bestimmten Zeit ohne Anlaß erinnert werden muss) sind die Karteikarten oder Exzerpte die verlässlichere Methode. Alle die sich aber eine runde, intuitive Bildung auf Basis von Verstehen aneignen wollen, können auch den „unsicheren“ Weg nehmen – und einfach lesen, wie und was ihnen gefällt.