Archive for März 2009

Was hat Dich zu dem gemacht, was Du bist?

März 22, 2009

Jeder von uns hatte irgendwann einmal ein Erlebnis, Erkenntnis oder ein Buch, das ihn sehr begeistert hat.

So mancher hat dann nicht mehr nachgelassen in diese Richtung weiterzugehen. Immer weiter zu erforschen, was ihn einmal begeistert hat.

Was hat Dich begeistert? Schreibe mir – es kann ein Buch gewesen sein oder auch eine Erfahrung.

Bei mir hat die Mathematik angefangen zu leben, als ich das Buch „Brücken ins Unendliche“ las und dazu anfing Computer zu programmieren.

Als ich „Deutsch für Profis“ las, begann ich auf einmal Literatur zu verstehen. Und nur ein paar „Was ist Was“-Bücher über Physik genügten mir zu zeigen, dass es eine große Welt war, die ich verstehen konnte.

Hier ist ein Platz für all diese individuellen Erfahrungen – für diese Lernwege, die vor dem Schweiß die Begeisterung kannten. Wir werden den Input sammeln und hier veröffentlichen.

Also ich freue mich auf Eure Kommentare. Von Wirtschaft und Unternehmensgründung über Mathematik bis zu Pflanzen und Kochen ist alles erwünscht, was in Dir Begeisterung weckte. Am allerliebsten bitte mit Altersangabe (als ihr das zuerst last), damit jeder sich ein Bild machen kann, ob es für ihn schon Sinn macht.

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Bewertungssystem

März 19, 2009

Erster Teil des Systems – Leistungsbewertung

In einer Welt von Fremdbewertung haben die meisten Menschen Schwierigkeiten ihre eigenen Leistungen einzuschätzen. Also ihre eigene Arbeit zu bewerten. Sogar routinierte Unschooler kennen dieses Gefühl und machen dann manchmal die verrücktesten Sachen – wie zum Beispiel in die Schule zu gehen, um sich mal so richtig bewerten zu lassen 8) .

Wir haben vor ein paar Jahren (im Rahmen einer Schulgründung) dieses System entwickelt, dass es Menschen ermöglichen sollte nicht mehr auf fremde Bewertungen angewiesen zu sein, sondern sich selbst auf einfache Weise selbst zu bewerten.

Es beruht auf der Idee, Bildung als eine Art Weg zu betrachten, als eine „sportliche“ Leistung. So bekommt man für jede Leistung eine bestimmte Punktzahl – oder besser gesagt Meilen (in Anlehnung an die Wegstrecke). Lese ich also eine Seite in einem Buch bekomme ich dafür eine Meile – wenn ich in einem schweren Buch eine Seite lese, dann wird die natürlich anders gewichtet. Andere Dinge werden wiederum anders gewertet.

http://docs.google.com/Doc?id=dhb87wsc_9g9wprbhp

Dieses System soll nicht zur Überprüfung und Fremdmotivation dienen (wie z.B. Antolin) – man kann den Punktestand für sich behalten. Wenn jemand jemals ein System wie Antolin draus machen will, dann soll er sich schämen!!! 🙂 Das System ist komplett nicht-überprüfend und man kann folglich auch kein Geld damit verdienen, da jeder es ohne weitere Hilfestellungen für sich nutzen kann.

Zusätzlich kann es beliebig um jede Aktivität erweitert werden (die man für sich selbst mit Bildung in Verbindung bringt) – die aktuellen Meilenvergaben entsprechen den pädagogischen Vorstellungen westlicher Kulturen.

Zweiter Teil des Systems – Einstufung

Da jegliche Bewertungssysteme immer gerne zum Vergleich mit anderen verleiten (wie sollte man sonst seine Position in der Hackordnung herausfinden?) haben wir auch hierfür noch eine Lösung gesucht – mit dem Ziel es komplett autonom durchführen zu können.

Die Lösung haben wir dann bei einem Computerspiel abgekupfert (Civilization I). Dieses war eines der erfolgreichsten und motivierendsten Computerspiele seit jeher. Der Spieler hatte immer eine Idee, wie gut er eigentlich war – ohne sich jemals mit einem anderen Menschen vergleichen zu müssen.

Civilization I vergab für eine gewisse Anzahl Punkte einen Rang – je mehr Punkte, desto besser der Rang. Wer seine Zivilisation schlecht leitete war schnell mal bei Kaiser Nero – wer es gut machte, war dann Salomon der Weise oder noch besser.

Dieses hatte den Vorteil, dass es zum einen motivierte und zum anderen lernte man geschichtliche Figuren und begann sich für sie zu interessieren; zusätzich getrieben durch den geschichtlichen Kontext des Spiels.

Und so formten auch wir eine Abfolge von Rängen – aber anstatt Herrschaftsfiguren wollten wir die Dinge dieser Welt nehmen. Denn die Welt und das Universum gilt es zu assimilieren (frei nach Piaget). So ist auch nur eine Abfolge entstanden und keine Hierarchie. Wir wollten nicht sagen, etwas ganz unten ist weniger wert, als etwas anderes weiter oben (nur um Mißverständnissen vorzubeugen).

Und als letztes machten wir uns die Aufgabe uns die Lehrpläne der Ministerien zu betrachten und zu vermessen, wieviel Meilen es braucht um eine Bildung zu bekommen, die gleichwertig zu der Bildung der jeweiligen Schulabschlüsse ist. Wir haben vorausgesetzt, dass man in der Schule das Zeug auch wirklich lernt, was in den Lehrplänen steht.

Genug der langen Rede, et voilà

http://docs.google.com/Doc?id=dhb87wsc_10dzv7btp5

U-R-Versity…

März 18, 2009

bedeutet You-Are-Versity und ist ein Wortspiel auf University. Auf Deutsch würde ich sagen eine Du-Bist-Versität – das klingt aber nicht halb so gewitzt und intellektuell, also auf Englisch.

U-R-Versity soll besonders für deutsche Unschooler eine Resource sein, wie man seine Bildung selbstbestimmt und selbstbewusst angeht – ohne sich irgendjemandem unterordnen zu müssen.

Insbesondere will ich auch hier ein extra entwickeltes Leistungsbewertungssystem angehen, dass besonders dem Einsteiger den Einstieg erleichtert. Für dieses System braucht man keinen Lehrer und Niemanden, der einen bewertet. Es läßt alles zu, was man für sich persönlich als Lernerfahrung benützen will und führt einen so in Unschooling ein. Denn als Anfänger denkt man oft: Jetzt muss ich tausend Bücher lesen, damit ich was lerne – alles andere ist keine Bildung.

Ich persönliche mache es seit 3 Jahren – und bin ganz zufrieden damit. Es hat auch den besonderen Vorteil, dass es einem ein Gefühl gibt die eigene Bildung gegenüber dem Mainstream-Bildungssystem einordnen zu können. Dies macht manchmal dem ein oder anderen Unschooler besondere Probleme, da man ja in die Sch…. gehen müsste um zu sehen wie weit man ist.

Deswegen wird sich mein nächster Post mit diesem System beschäftigen und der übernächste ist auch schon in Gedanken fertig!

Ich hoffe alle haben viel Spaß dabei und Outsider finden vielleicht auch gefallen daran.

Viel Spaß und Unschool-Power!

PS: Auf der Seite dort werde ich das Wort Unschooler langsam ausdünnen. Ich glaube wir sind eine Stufe weiter.